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Sonderveröffentlichung
20.05.2017

Für Laserschneidmaschinen

Automatisierungstechnik aus der Trumpf Sachsen GmbH Neukirch kommt weltweit zum Einsatz.

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Die Produktionsfläche wurde mit dem Hallenneubau um 4 000 Quadratmeter erweitert. 
Fotos: GBS (2)
Volle Auftragsbücher sind ein Segen für jedes Unternehmen. Doch sie können es auch es an seine Kapazitätsgrenzen stoßen lassen – so wie bei der Trumpf Sachsen GmbH in Neukirch. „Die weltweit steigende Nachfrage nach Automatisierungstechnik ließ unsere Produktion aus allen Nähten platzen“, sagt Geschäftsführer Harry Thonig. Neue Hauptkunden in den USA und China seien hinzugekommen.

Um erweitern zu können, erwarb das Unternehmen vor drei Jahren ein Nachbargrundstück. Dort errichtete es für knapp 12 Millionen Euro eine 4 000 Quadratmeter große Halle, die an die bestehende nahtlos anschließt. Sie dient nun der Produktion von Komponenten für die Automatisierung, unter anderem von Laserschneidmaschinen. Die gewonnene Fläche soll künftig aber auch für ein Technikum genutzt werden. „Wir müssen die Servicetechniker, die unsere Produkte weltweit bei den Kunden einbauen, gut ausbilden“, so Harry Thonig. „Darüber hinaus soll das Technikum Platz für Neuentwicklungen, Erprobungen und Prototypenbau bieten.“

Die Geschichte des Trumpf- Standortes in der Oberlausitz spiegelt die innerdeutsche Annäherung auf Basis von Wirtschaftskooperationen wider. In der Nachfolge des 1961 gegründeten Kombinats Fortschritt, das sich ab den 1970er Jahren zunehmend auf die Fertigung von komplexen Sondermaschinen verlegte, entstand nach der Wende die Sächsische Werkzeug- und Sondermaschinen GmbH, die 1992 zur Trumpf-Gruppe kam. Seit Sommer 2001 heißt das Unternehmen Trumpf Sachsen GmbH.

Dass Trumpf bereits vor dem Mauerfall mit dem damaligen VEB in Kontakt kam, hatte mit Laserschneidmaschinen zu tun, für die es in der DDR keine Strahlquelle gab. Heute ist das Neukircher Werk innerhalb der Trumpf-Gruppe auf die Entwicklung und Fertigung von Automatisierungskomponenten und Laserschneidmaschinen spezialisiert.

Mit aktuell 437 Beschäftigten ist es der größte Arbeitgeber in Neukirch. Im Geschäftsjahr 2015/16 erzielte es einen Rekordumsatz von 124 Millionen Euro.

Tag der Ausbildung

Alle technisch interessierten Jugendlichen ab der 7. Klasse von Oberschulen und Gymnasien, deren Eltern und Lehrer sowie Studenten von Universitäten, Hochund Fachschulen lädt die Trumpf Sachsen GmbH am 10. Juni von 9.15 bis 14 Uhr zum Tag der Ausbildung ein. „Nachwuchsförderung ist bei uns ein ganz wichtiges Thema“, erklärt der Geschäftsführer. „Eine solide Ausbildung ist ein guter Start für die Zukunft.“ Die Azubis würden vielfältig eingesetzt und hätten gute Aussichten auf Weiterentwicklung. Vorgestellt werden am 10. Juni die Ausbildungsberufe im technisch-gewerblichen Bereich und die Ingenieurausbildung (Kooperatives Studium mit integrierter Ausbildung). Bei Betriebsführungen können die Gäste spätere Einsatzgebiete ansehen. Zudem wird – als besonderes Highlight – der InfoTruck der Metall- und Elektroindustrie vor Ort sein. Grit Bührdel-Schmieder