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Sonderveröffentlichung

Sachsen sind erfindungsreich

Martin Luther änderte, was ihm nicht passte. Da war und ist er nicht der Einzige.

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Die inzwischen ziemlich penetrante Feierei rund um den Reformator Martin Luther kann einem schon auf den Geist gehen. Doch der Mann kann ja gar nichts dafür. Er darf durchaus als Vorbild gelten, denn er stellte sich gegen die Regeln der Zeit. Er kämpfte gegen Widerstände, gegen Fundamentalisten, Bedenkenträger und all jene, die sowieso immer alles besser wissen.

Zum Glück blieb er nicht der Einzige. Denn in ganz Sachsen leben bis heute Frauen und Männer, die sich nicht zufriedengeben mit dem, was sie vorfinden. Sie ändern etwas. Sie treiben das Land voran und unverbesserliche Bürokraten vor sich her. Gut so.

Der Erfindungsreichtum der Sachsen ist legendär. Hier waren einerseits der Drang nach Wohlstand und andererseits Armut, der Mangel an Rohstoffen oder die Unfähigkeit von Regierungen schon immer die Grundlage für gute Ideen. Auch in der DDR machte Not erfinderisch, und nach 1989 bewiesen die Sachsen erneut, dass sie sich nicht unterkriegen lassen.

Mit welchen Ideen einige von ihnen Unternehmen weiterführten oder aufbauten, gegen welche Widerstände sie kämpften, erzählt diese Beilage. Kluge Köpfe ändern alles, egal ob in der Wirtschaft, der Wissenschaft, der Politik oder der Kultur. Die kleinen Geschichten berichten von Menschen, die sich durchsetzten und ganz im Sinne Luthers gegen das vorgingen, was ihnen nicht passte.

Mitten im sich ausbreitenden Pessimismus darf gern mal gelesen werden, was Sachsen vollbracht haben. Interessant ist dabei insbesondere, was vor Ort entschieden wird, aber international wirkt. So wie bei Luther. Seine Reformation hat bis heute Folgen in ganz Europa. So geht es auch vielen Unternehmern, die aus Sachsen heraus agieren und in die Welt exportieren. Ausruhen ist dabei keine Option. Und es macht Freude, daran zu erinnern.

Dr. Peter Ufer