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sz-online.de - Sächsische Zeitung [online]
Sonderveröffentlichung
31.05.2017

Wenn die Brille stört

Linsenimplantate können Fehl- und Alterssichtigkeit in allen Stärken korrigieren.

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Für viele bedeutet es eine höhere Lebensqualität, wenn sie ohne Brille wieder problemfrei lesen können. Foto: AOK-Mediendienst
So ab Mitte 40 stellen sich bei jedem Menschen mehr oder weniger komplexe Sehprobleme ein. Wenn die Arme allmählich zu kurz werden, um eine SMS auf dem Handy, die Speisekarte im Restaurant oder die Inhaltsstoffangabe auf Lebensmittelverpackungen lesen zu können, hat sich die Altersweitsichtigkeit eingeschlichen. Für die meisten Betroffenen ist dies eine schwierige Umstellung, egal, ob sie vorher schon Sehhilfen benutzt haben oder nicht. Von der regelmäßigen Suche nach der Lesebrille und dem ständigen Wechsel zwischen den Brillen für verschiedene Entfernungen sind viele einfach nur genervt, und mit einer bequemen Gleitsichtbrille kommt nicht jeder zurecht.

Verschiedene Intraokularlinsen

Um die besten Jahre auch ohne lästige Brille, Kontaktlinsen & Co. erleben zu können, gibt es inzwischen verschiedene chirurgische Eingriffe. Dazu zählt beispielsweise der Refraktive Linsentausch. Es handelt sich dabei um ein operatives Verfahren, das auch bei der Behandlung des Grauen Stars angewendet wird. Dabei wird die körpereigene Linse aus dem Auge entfernt und durch eine Kunstlinse ersetzt. Es gibt heutzutage verschiedene Arten von Kunstlinsen. Während bei der Grauen Star-OP häufig Standard-Linsen, sogenannte Monofokallinsen, die weiterhin eine Brille erforderlich machen, zum Einsatz kommen, verwendet man beim refraktiven Linsentausch Premium-Linsen, sogenannte torische, Multifokal- oder Trifokallinsen. Diese werden je nach Sehfehler und auch ganz persönlichen Faktoren wie Arbeitsplatz und Freizeitgestaltung ausgewählt.

„Der Vorteil des operativen Linsentausches besteht darin, dass alle Arten von Fehlsichtigkeit ohne Dioptrienbeschränkung korrigiert werden können, was bei einer Laserbehandlung wie der LASIK nicht möglich ist“, erklärt Dr. Anne Lux vom AugenCentrum Dresden. „Auch extreme Dioptrienwerte einer Kurzbeziehungsweise Weitsichtigkeit oder einer Hornhautverkrümmung können so ausgeglichen und eine Brillenunabhängigkeit erzielt werden.“

Einziger Nachteil: Während der Einsatz der Standard-Linse von der Krankenkasse komplett übernommen wird, muss der Patient bei der Entscheidung für eine Premiumlinse einen gewissen Kostenanteil selbst tragen. (sy)

Praxis für Osteopathie, Kernspintherapie & Physiotherapie Roland Opel