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sz-online.de - Sächsische Zeitung [online]
Sonderveröffentlichung
31.05.2017

Vorsicht Lifestyle!

Bei der Auswahl von Speisen und Getränken sollte man nicht nur auf den Geschmack achten, sondern auch auf die Zahnfreundlichkeit.

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Zucker ist schlecht für die Zähne - das wissen bereits die Jüngsten. 
Foto: proDente e.V./Johann Peter Kierzkowski
Was haben Fertigsoßen und Tomatenketchup gemeinsam?
Beide enthalten unerwartet hohe Mengen an Zucker. Dieser liefert nicht nur unliebsame Kalorien, sondern schädigt bekanntermaßen auch die Zähne. Der „versteckte Zucker“ findet sich häufig in industriell hergestellten Lebensmitteln - selbst in solchen, die gar nicht süß schmecken wie etwa Pizza, Instant-Kaffees sowie -Tees, Joghurts, Wasser mit Fruchtgeschmack, Salatdressings oder sogar im Heringssalat. Es lohnt also, genau hinzuschauen!


Zucker und Säuren greifen den Zahnschmelz an

Zucker ist schlecht für die Zähne - das weiß jeder. Er dient Kariesbakterien als Nahrung, die ihn in Säuren umwandeln. Diese Säuren entziehen dem Zahnschmelz Mineralien, sodass die Zahnhartsubstanz zerstört wird. Also verzichten Gesundheitsbewusste auf industriell hergestellte Fertiggerichte und greifen stattdessen zu viel Frischem wie Obst, Fruchtsäfte oder mit Essig angemachte Salate. In diesem Fall ernähren sie sich zwar eigentlich gesund, haben aber trotzdem ein hohes Risiko für Zahnerosionen. Denn diese Lebensmittel wiederum enthalten viel Säure, die den Zahnschmelz angreift.

„Der Speichel im Mund umspült die Zähne und hält einen ungefähr neutralen pH-Wert aufrecht“, erklärt Dr. Thomas Breyer, Vizepräsident der Landeszahnärztekammer Sachsen und praktizierender Zahnarzt in Meißen. „Zucker und Säuren in unserer Nahrung senken jedoch den pH-Wert im Mund, und wenn auf die Zähne wiederholt und über längere Zeit ein niedriger pH-Wert einwirkt, kann es zur Demineralisation und zum Abbau von Zahnschmelz kommen.“ Die Folgen sind empfindliche Zähne, auch Karies kann entstehen. Aber was kann man dann eigentlich noch essen und trinken? „Wie immer gilt: In Maßen ist der Genuss von zuckerund säurehaltigen Lebensmitteln meist kein Problem“, so Dr. Breyer. „Erst wenn eine Langzeit-Einwirkung dieser Lebensmittel und zusätzlich eine schlechte Mundhygiene zusammentreffen, wird es problematisch. Mit einer regelmäßigen Zahnpflege kann man also gegensteuern.“ Für zwischendurch kann man den Mund mit einem Glas Wasser ausspülen - das neutralisiert den pH-Wert. Und auch zuckerfreie Kaugummis können helfen, denn sie regen den schützenden Speichelfluss an.

Übrigens: Lebensmittel, die schlecht für die Zähne sind, schaden auch dem Körper: Adipositas (Fettleibigkeit), Diabetes Typ II und Herz-Kreislauf-Erkrankungen stehen mit dem übermäßigen Genuss von zuckerhaltigen Lebensmitteln in engem Zusammenhang. (syl)

Reiseagentur Salamon e.K.
Tipps zur Mundhygiene

- Die Grundlagen für gesunde Zähne werden im Kindesalter gelegt: Wichtigste vorbeugende Maßnahme ist 2x täglich Zähneputzen; ab dem Jugendalter sollte die Pflege der Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürsten dazukommen.

- Handelsübliche Zahnpasta mit Fluoriden stärkt den Zahnschmelz. Für Kinder gibt es spezielle Kinderzahnpasta.

- Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt helfen dabei, Schäden durch Karies oder Erosion des Zahnschmelzes rechtzeitig zu erkennen; dies ist für Kinder bereits ab dem ersten Zahn sinnvoll.