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sz-online.de - Sächsische Zeitung [online]
Sonderveröffentlichung
31.05.2017

Kompetenz für Kontinenz

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Ein individuelles Patientengespräch ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie.
Die Krankheit Inkontinenz löst bei vielen eine weitaus negativere Assoziation aus als andere Erkrankungen. Inkontinenz wird bewusst oder unbewusst mit den unwillkürlichen Verlust von Urin oder Stuhl verbunden. Betroffene wollen nicht darüber reden.

„Wir möchten die Frauen ermutigen, sich in einer urogynäkologischen Sprechstunde beraten zu lassen. Es ist wichtig, durch Aufklärung Lösungsund Behandlungsmöglichkeiten zu vermitteln“, so Chefarzt Dr. med. Aiman Bachouri.

In der Sprechstunde beginnt nach der Erhebung der Krankengeschichte eine sorgfältige Diagnostik. Zu allererst wird versucht, konservativ zu behandeln. Im Mittelpunkt dabei steht der Beckenboden. Die fehlende Wahrnehmung des eigenen Beckenbodens ist nicht selten und kann durch eine Elektrostimulationsbehandlung verbessert werden. Diese wird immer mit einer physiotherapeutisch angeleiteten Beckenbodengymnastik kombiniert. Eine weitere Möglichkeit zur Kräftigung sind zum Beispiel der Galileo-Vibrationstrainer oder der Beckenbodentrainer. Durch eine Kräftigung der Beckenbodenmuskulatur und Verbesserung der Koordination werden die Halte- und Verschlussfunktionen von Blase und Darm unterstützt. Wichtig ist hier aber vor allem Geduld, Ausdauer und regelmäßiges Training. Es stehen außerdem Medikamente zur Verfügung. Sind alle nicht-operativen Maßnahmen jedoch ausgeschöpft und die Beschwerden nicht zufriedenstellend gelindert, müssen operative Therapieoptionen erwogen werden.

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Kontakt: Dr. Aiman Bachouri
Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und
Geburtshilfe

Terminvereinbarung:
Gynäkologie / Telefon 03571 44-5511
Eine Möglichkeit bei der Belastungsharninkontinenz ist das Einsetzen eines so genannten TVT-Bandes. Dieses Band ist ein kleines Netz von circa 1,5 Zentimeter Breite. Es wird unter die Harnröhre platziert, sodass diese bei Belastung – also Niesen und Husten – nicht nachgibt. Die Operation wird minimalinvasiv durchgeführt. Die Erfolgsquote liegt bei über 85 Prozent. Eine weitere Alternative bei Frauen ist die seit Jahrzehnten angewandte Bruch-OP, bei der die seitlichen Scheidenränder angehoben und näher an der Beckenwand fixiert werden, um den Verschlussdruck in der Harnröhre zu erhöhen. Hierfür ist ein kleiner Bauchschnitt erforderlich. Die Erfolgsquote liegt bei zirka 80 Prozent. Welche konkrete Behandlung die Therapie der ersten Wahl ist, hängt immer von der individuellen gesundheitlichen Gesamtsituation ab, so Dr. Bachouri.

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Lausitzer Seenland Klinikum GmbH

Maria-Grollmuß-Straße 10
02977 Hoyerswerda
Telefon: 03571 44-0
info@seenlandklinikum.de

www.seenlandklinikum.de

Den Herzrhythmus auf dem Smartphone verfolgen

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Dieser kleiner Herzmonitor kommt bei Herzrhythmusstörungen zum Einsatz 
Foto: © Abbott, 2017
Das Smartphone ist aus unserer vernetzten Welt nicht mehr wegzudenken. Egal ob Bankgeschäfte, Einkäufe oder Flugbuchungen: Mit ein paar Klicks ist alles erledigt. Doch damit sind die Möglichkeiten der Digitalisierung noch längst nicht ausgeschöpft – vor allem, was den Bereich Medizin betrifft. Das Herzzentrum Dresden geht daher seit kurzem ganz neue Wege und schafft Patienten und ihren behandelnden Ärzten gleichermaßen die Möglichkeit, Herzrhythmusstörungen in Echtzeit erkennen zu können und gegebenenfalls rechtzeitig handeln zu können, ehe es zum Schlaganfall kommt: Und zwar mit Hilfe eines Smartphone-kompatiblen Herzmonitors. Das Herzzentrum Dresden ist damit weltweit eines der ersten Zentren, welche diese Technik den Patienten zur Verfügung stellen.

Das Gerät, welches so groß ist wie zwei Streichhölzer, funktioniert wie ein mobiles EKG. Es zeichnet den Herzrhythmus auf, dokumentiert eventuelle Unregelmäßigkeiten und unterstützt die Ärzte dabei, schwer erkennbare Herzrhythmusstörungen und Vorhofflimmern zu identifizieren. „Implantierbare Monitore, die den Herzrhythmus eines Patienten kontinuierlich überwachen, gibt es bereits seit zehn Jahren“, erklärt PD Dr. Christopher Piorkowski, Chefarzt der Abteilung für invasive Elektrophysiologie. „Das Neue an dem Gerät mit der Bezeichnung Confirm Rx ist, dass die Herzdaten über eine Mobile-App, die zuvor auf dem Smartphone des Patienten installiert wurde, automatisch an den Arzt übermittelt werden. Und auch der Patient hat nun die Möglichkeit, ein unmittelbares Feedback zu erhalten“, sagt Dr. Piorkowski.

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Kontakt:

PD Dr. med. habil. Christopher Piorkowski
Chefarzt der Abteilung für Invasive Elektrophysiologie
(IEP): 0351 450-1901
E-Mail: hzd-rhythmologie@herzzentrum-dresden.com
Bisher war für die Fernüberwachung ein recht großes Handgerät oder ein neben dem Bett stehender Sender notwendig. Mithilfe der Bluetooth-Funktechnologie ersetzt die neue interaktive Mobile-App mit dem Namen "myMerlin" diese passiven Sendegeräte. Die Patienten sind si nicht mehr in ihrer Mobilität eingeschränk. Zudem können sie aktiv an ihrer medizinischen Versorgung mitwirken. Neben der automatischen Datenübermittlung lassen sich über die App Beschwerden oder Ereignisse wie Herzrasen oder Ohnmachten genauer beschreiben und an den behandelnden Arzt übermitteln. Gerade für die recht große Gruppe der Patienten mit Vorhofflimmern bietet diese Form des Dauer-EKG die Möglichkeit, dass extreme Unregelmäßigkeiten frühzeitig erkannt werden können und so möglichen Schlaganfällen vorgebeugt werden kann. „Der Patient kann dadurch viel engmaschiger betreut werden“, so Dr. Piorkowski.

Das operative Einsetzen des Geräts dauert nur zehn Minuten und ist unter lokaler Betäubung möglich.

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Herzzentrum Dresden GmbH

Universitätsklinik an der Technischen Universität Dresden
Fetscherstraße 76
D-01307 Dresden
Telefon: 0351 450-0
hzd-info@herzzentrum-dresden.com

www.herzzentrum-dresden.com