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01.09.2017

Fettsucht: Den Kilos den Kampf ansagen

Foto: pixabay.com, strecosa
Foto: pixabay.com, strecosa
Ein Body-Maß-Index von 49 machte Ina M. zu schaffen. In den HELIOS Weißeritztal-Kliniken wurde ihr schließlich geholfen.

Ina M. hat alles versucht. „Ich habe zahlreiche Diäten ausprobiert und verschiedene Abnehm-Pillen genommen“, sagt sie mit Rückblick auf die vergangenen Jahre. Aber der „Jo-Jo-Effekt“ hat eher das Gegenteil bewirkt: Sie nahm weiter zu: „Am Ende wog ich 135 Kilo bei einer Fettsucht: Den Kilos den Kampf ansagen Größe von 1,65 Meter“. Das entsprach einem Body-Maß-Index von fast 50. Doch nicht nur das Gewicht selbst, sondern auch Begleiterkrankungen belasteten sie sehr: „Ich bekam Diabetes und durch mein Gewicht auch Gelenkprobleme.“

Hilfe im Adipositaszentrum Sachsen

Schließlich wand sie sich an das Adipositaszentrum der HELIOS Weißeritztal-Kliniken. Das zertifizierte Zentrum arbeitet seit neun Jahren mit schwer übergewichtigen Patienten zusammen. Zusätzlich wird seit 2015 eine neue umfangreiche Betreuung angeboten, die von Ernährungsberatung und Bewegungsprogrammen bis hin zur ärztlichen und psychologischen Betreuung reicht.

Umfangreiche Betreuung

„Begonnen hat die Behandlung mit einer sogenannten stationären Woche in der Klinik in Dippoldiswalde“, erzählt sie. Dort fand ein gründlicher Checkup statt und ihr Grundumsatz, also der Kalorienverbrauch pro Tag, wurde gemessen. „Besonders gut fand ich, dass ich die Möglichkeit hatte, verschiedene Ernährungsformen, wie mediterrane oder fettarme Kost auszuprobieren“, sagt die 49-Jährige und ergänzt: „Sport hingegen fiel mir bei meinem Gewicht schwer. Das ärgerte mich, war ich doch früher aktiv“.

So entschied sie sich in Absprache mit Dr. Matthias Becker, Chefarzt der Adipositaschirurgie, für eine sogenannte bariatrische Operation.

Operation bei Übergewicht

Der Magenbypass ist die häufigste gewichtsreduzierende Operation in Deutschland, die zweithäufigste der Schlauchmagen, mit steigender Tendenz. Patienten des Adipositaszentrums der HELIOS Weißeritztal-Kliniken favorisieren den Schlauchmagen, also die alleinige drastische Verkleinerung des Magens, so dass viel weniger Nahrung aufgenommen werden kann. Beim Bypass wird nicht nur der Magen verkleinert, sondern auch die Darmstrecke verkürzt, so dass Nahrung nur noch teilweise verwertet wird.

Mit der Magenverkleinerung kann auch der Insulinhaushalt stabilisiert werden. Der Blutzuckerstoffwechsel verbessert oder normalisiert sich sogar. Durch die Operation nimmt der Magen nur noch kleine Portionen an, das Hungergefühl nimmt ab. So speckte auch Ina M. in kurzer Zeit rapide ab. Ein solcher Eingriff sei für Patienten mit extremem Gewicht „die einzige Chance, dauerhaft viel Gewicht zu verlieren“, sagt Dr. med. Matthias Becker, Leiter der Adipositaschirurgie der HELIOS Weißeritztal-Kliniken.

Lebenslange Nachsorge

Im HELIOS Adipositaszentrum Sachsen erfolgt die Nachsorge im ersten Jahr engmaschig und später in größeren Abständen. Beschwerden des Patienten oder Nährstoffmängel können so zeitnah erkannt und behandelt werden. Ein Team von Experten hilft bei der grundlegenden Lebensstilumstellung.

Unsere Experten

Prof. Dr. med. habil. Matthias Weck

Leiter Adipositaszentrum, Chefarzt Medizinische Klinik III (Diabetologie/Diabetischer Fuß)

Dr. med. Matthias Becker

Chefarzt Klinik für Allgemein, Viszeral- und Adipositaschirurgie

HELIOS Weißeritztal-Kliniken Bürgerstraße 7, 01705 Freital

Terminvereinbarung Adipositaszentrum

Telefon: (0351) 646-7555
E-Mail: adipositas.weisseritztal@ helios-kliniken.de

www.adipositas-sachsen.de

Kompetenzzentrum für Adipositaschirurgie

Die Fachgesellschaft DGAV dokumentiert mit der Zertifizierung die gute Qualität der Versorgung für Patienten mit starkem Übergewicht, die sich einer Magenoperation unterziehen möchten.


Unser Experte

Dr. med. Jens-Peter Sieber

Chefarzt Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, Handchirurgie

Telefon (03501) 71 18-5301

HELIOS Klinikum Pirna Struppener Straße 13, 01796 Pirna


Plastische Chirurgie in Pirna

Das Angebot der Pirnaer Klinik, einer der wenigen Abteilungen dieses speziellen Fachgebietes in Sachsen, umfasst fast das gesamte Spektrum der plastischen Chirurgie. Die klinischen Schwerpunkte liegen dabei in der Brust-, Adipositas-, Mikro- und Handchirurgie sowie der Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgie. „Zusätzlich versorgen wir auch akute Verletzungen und deren Folgen; sei es nach Unfällen, Verbrennungen oder Hundebissen“, sagt Dr. Sieber.

Der Kampf danach: Hautschürzen entfernen

Dr. med. Sieber prüft das Bauchgewebe, um bei der späteren Straffung das optimale Ergebnis erzielen zu können. Foto: Kristin Wollbrandt
Dr. med. Sieber prüft das Bauchgewebe, um bei der späteren Straffung das optimale Ergebnis erzielen zu können. Foto: Kristin Wollbrandt
Einige ehemals übergewichtigen Patienten, die es geschafft haben ihr Gewicht zu normalisieren, stehen danach vor einem neuen Problem mit ihrem Körper: störende Hautschürzen an Brust, Bauch, Po, Oberschenkel oder Oberarm. Damit die Freude über die Gewichtsreduktion nicht getrübt wird, ist der nächste Gang der zum Plastischen Chirurgen.

Hautschürzen als hygienisches Problem

Seit vielen Monaten hat es Udo W. nun schon geschafft, sein neues Normalgewicht zu halten. Er ist glücklich, doch in den Spiegel will er noch immer nicht schauen. Er weiß, dass die überschüssige Haut, die nach dem Abnehmen übrig geblieben ist, schlaff an ihm herunterhängt. „Das entstellte Körperbild ist das eine, doch noch viel problematischer sind die hygienischen Probleme, die solche Hautschürzen mit sich bringen“, sagt Dr. med. Jens-Peter Sieber, Chefarzt der Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, Handchirurgie am HELIOS Klinikum Pirna. Er erklärt weiter: „Dadurch, dass die Hautfalten nur schwerlich gereinigt werden können, entsteht darunter ein feuchtes Milieu, das riecht nicht nur unangenehm, sondern kann auch zu Entzündungen führen“. Alles Gründe, die nach der Gewichtsreduktion für eine Körperstraffung sprechen. Dank der Kooperation des Adipositaszentrums der HELIOS Weißeritztal-Kliniken mit der Klinik für Plastische Chirurgie am HELIOS Klinikum Pirna, sitzt Udo W. nun bereits zur Operationsplanung bei Dr. Sieber. Zuvor fand ein unverbindliches Gespräch statt, woraufhin er mit einem Brief der Klinik eine Kostenübernahme seiner Krankenkasse abgeklärt hat. „Morgen ist es endlich soweit: Das, das und das hier wird weggeschnitten“, sagt er und zeigt auf die angezeichneten Stellen an Bauch und Brust.

Operation zur Körperstraffung

Eine solche Operation dauert unterschiedlich lange. Das hängt ganz von der zu straffenden Körperregion ab. „Nicht immer reicht eine Operation aus. Die Schwierigkeit der Straffung liegt darin, dass bei einem zu geringen Straffungsgrad Falten zurückbleiben. Strafft man jedoch zu sehr, so kann zu viel Zug entstehen, der dann zu Wundheilungsstörungen führen kann“, weist Dr. Sieber hin. Solche Komplikationen können vorkommen. „Aber dann betreuen wir unsere Patienten adäquat weiter“, so Dr. Sieber. Dementsprechend kann der stationäre Aufenthalt je nach Eingriff auch in der Dauer variieren.

Nach der Operation


Eine Körperstraffung erfordert auch eine intensive Nachbetreuung. „Die Patienten erhalten eine Kompressionstherapie, bei der die Haut mit einem Mieder oder Bandagen über circa drei Monate angedrückt wird“, erklärt Dr. Sieber. Das Mieder und auch die Bandagen können zum Duschen eigenständig abgenommen werden. Das verwendete Nahtmaterial löst sich nach einer gewissen Zeit selbst auf. „Nichtsdestotrotz sehen wir unsere Patienten je 14 Tage, 6 Wochen und 3 Monate nach einer Operation immer noch einmal zur Nachkontrolle“, sagt Dr. Sieber.