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Sonderveröffentlichung
07.12.2017

Gutes Sehen von klein auf

Kinder sollten bis zum Schulbeginn mindestens einmal einem Augenarzt für eine Untersuchung vorgestellt werden.

Bei der Behandlung einer Sehschwäche, die durch Schielen entstanden ist, kann das gesunde Auge mit einem Pflaster abgedeckt werden. Auf diese Weise lässt sich das schwächere Auge fördern. Foto: AOK-Mediendienst
Bei der Behandlung einer Sehschwäche, die durch Schielen entstanden ist, kann das gesunde Auge mit einem Pflaster abgedeckt werden. Auf diese Weise lässt sich das schwächere Auge fördern. 
Foto: AOK-Mediendienst
Wenn sich bei Kindern Auffälligkeiten beim Sehen zeigen, besuchen sie zumeist die Sehschule. Dabei ist dieser Begriff durchaus etwas irreführend, denn die Kleinen lernen dort nicht das Sehen. Die Bezeichnung stammt noch aus einer Zeit, als bei Sehschwächen und Störungen der Augenbewegungen sehr aufwendige Schulungen zur Besserung der Problematik angewandt wurden. Durch Früherkennung und neue Therapiemöglichkeiten hat sich das Aufgabenspektrum der Sehschule inzwischen geändert, der alte Name jedoch ist geblieben.

Verschiedene Tests in der Sehschule

Heutzutage findet in der Sehschule eine Vielzahl von unterschiedlichen Tests statt, die von einer Orthoptistin vorgenommen werden. „Orthoptistin – das ist ein eigenständiges Berufsfeld, für das eine dreijährige Ausbildung notwendig ist“, erklärt Dr. Anne Lux vom AugenCentrum Dresden.

„Diese Spezialistinnen führen Untersuchungen zur Beurteilung des ein- und beidäugigen Sehens durch. Sie überprüfen auch die Sehschärfe von Säuglingen und Kleinkindern. So können etwa angeborenes Schielen oder eine Sehschwäche früh erkannt und in enger Abstimmung mit dem Augenarzt entsprechende Therapien eingeleitet werden. Auch erworbenes Schielen infolge von neurologischen oder internistischen Erkrankungen oder Verletzungen, plötzlich aufgetretene Doppelbilder und andere unklare Sehstörungen können in einer Sehschule abgeklärt und behandelt werden“, so Dr. Anne Lux.

Gezielte Vorsorge so zeitig wie möglich

Eine frühzeitige Erkennung von Sehfehlern ist von entscheidender Bedeutung, denn der Sehsinn nimmt bei der Entwicklung des Menschen eine ganz besondere Stellung ein. Über ihn wird der überwiegende Teil aller Informationen über unsere Außenwelt gesammelt, und das Sehen ist eng mit dem Aktionssystem des Körpers verbunden, steuert nahezu alle Bewegungen.

„Es wäre wünschenswert, dass alle Kinder bis zum Beginn des Schulalters mindestens einmal einem Augenarzt vorgestellt werden und eine entsprechende fachärztliche Begutachtung Bestandteil der allgemeinen Vorsorgeuntersuchungen wäre“, sagt Dr. Lux. In der Praxis ist dies noch nicht der Fall: Die Wahrscheinlichkeit, dass Eltern eine mögliche Sehstörung ihrer Kinder nicht bemerken, ist groß, und auch beim Kinderarzt kann in den sogenannten U-Untersuchungen etwas unentdeckt bleiben. Dann fallen Sehprobleme erst in der Schule beim Erlernen des Lesens und Rechnens auf. „Daher sollten Eltern bei den ersten Anzeichen, dass mit dem Sehen der Kinder etwas nicht stimmt, einen Facharzt konsultieren.“ (syl)

Elblandklinikum Riesa