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Sonderveröffentlichung
07.12.2017

Leserfragen beantwortet

Ich habe mir an einem Gesundheits-Aktionstag mal den Blutdruck in der Apotheke messen lassen. Dabei kamen erhöhte Werte heraus. Wie gehe ich jetzt mit diesem Ergebnis um? Muss ich mir Sorgen machen und nun Medikamente nehmen? – So und ähnlich fragten Leser zu Thema Bluthochdruck. Der Dresdner Hausarzt Dr. Alexander Poch gibt Antworten:

Dr. Alexander Poch ist Hausarzt, auf das Thema Bluthochdruck spezialisiert und hat seine Praxis im Hochhaus am Simmel-Center auf der Antonstraße 2 Foto: privat
Dr. Alexander Poch ist Hausarzt, auf das Thema Bluthochdruck spezialisiert und hat seine Praxis im Hochhaus am Simmel-Center auf der Antonstraße 2 Foto: privat
Wegen eines Wertes, der bei einer Gelegenheitsmessung erhoben wurde, muss man sich zunächst keine Sorgen machen. Es kann viele Gründe geben, warum der Blutdruck in genau diesem Moment leicht erhöht war. Aus einem einmaligen Wert kann man keinesfalls eine mögliche Erkrankung ablesen!

Um eine wirklich verlässliche Aussage zu bekommen, sollte man sich an den Hausarzt wenden. Der wird eine 24-Stunden-Blutdruckmessung vornehmen. Dabei werden tagsüber im Viertelstunden- und nachts im Halbstundentakt ständig Blutdruckwerte ermittelt und aufgezeichnet. Wenn der Durchschnittswert all dieser Einzelmessungen unter 135/85 liegt, ist W mit dem Blutdruck alles in Ordnung. Erst ab einem Ergebnis über 135/85 in der Langzeitmessung kann man die Diagnose Bluthochdruck stellen. Und auch dann bedeutet das nicht zwangsläufig, dass man von nun an regelmäßig Medikamente einnehmen muss.

Hier spielen neben der Höhe des Blutdruckwertes mehrere Faktoren eine Rolle: der allgemeine Gesundheitszustand des Betreffenden, eventuelle andere Erkrankungen, Gewicht und Lebensstil. Bei einem jungen, aktiven Menschen mit einem gering erhöhten Blutdruck von beispielsweise 142/92 kann man zunächst versuchen, den Wert mit viel Bewegung – am besten Ausdauersport wie Radeln, Schwimmen oder Joggen –, mit Stressminderung, Gewichtsreduktion und salzarmer Ernährung zu senken. Da können innerhalb von einigen Wochen sehr gute Resultate erzielt werden. Vorausgesetzt, der Patient macht aktiv mit und ist dabei sehr diszipliniert. Denn in punkto körperlicher Bewegung genügt es nicht, gelegentlich spazieren zu gehen. Täglich eine halbe bis dreiviertel Stunde mit moderatem Ausdauersport sollte es schon sein. Dies kann nicht jeder in den Alltag integrieren, und anderen wiederum fehlt es an der Motivation. Bei einem deutlicher erhöhten Wert von zum Beispiel 165/110 hingegen, kommt man dann allerdings mit der Veränderung des Lebensstiles allein nicht mehr hin. Eine medikamentöse Behandlung ist folglich nötig. Diese kann jedoch durch den Patienten unterstützt und positiv beeinflusst werden. Wichtig sind dann auch regelmäßige Selbstmessungen durch den Patienten zu Hause.

Die Behandlung eines Bluthochdruckes ist also immer eine individuelle Vorgehensweise.

Rätsel

Rätseln und gewinnen

Beim Kreuzworträtsel gibt es auch diesmal etwas zu gewinnen: Unter allen richtigen Einsendungen verlosen wir insgesamt zehn DVDs mit dem unterhaltsamen Film „Der Mann, der nach der Oma kam“ – ein Komödien-Klassiker.

Senden Sie das richtige Lösungswort bis zum 15.12.2017 per Postkarte an:

Sächsische Zeitung GmbH Leitung Regionalverlage Stichwort: MEDIZIN HEUTE Ostra-Allee 20, 01067 Dresden oder per E-Mail an medizin.heute@ddv-mediengruppe.de

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Krankenhaus Bautzen - Medizinische Klinik II