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sz-online.de - Sächsische Zeitung [online]
Sonderveröffentlichung
07.12.2017

Liebe Leserinnen und Leser,

Erik Bodendieck, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer Foto: SLÄK
Erik Bodendieck, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer Foto: SLÄK
am Anfang spüren Sie nur ein kurzes Rumpeln im unteren Bauchraum, danach noch einmal. Unwohlsein breitet sich in Ihnen aus. Das Rumpeln entwickelt sich zu einem Völlegefühl bis hin zu Bauchschmerzen. Im schlimmsten Fall treten zum Schluss auch noch unangenehme Blähungen und Durchfall auf. Sie fragen sich: „Was kann ich dagegen tun?“. Das erlösende Stichwort ist: Präventionen für einen gesunden Darm. Zur Vermeidung der oben genannten Symptome und um Ihnen Vorsorgemaßnahmen aufzuzeigen, ist der Darm eines der Themen, welches in der aktuellen Novemberausgabe behandelt wird.

Auch im nächsten Punkt spielt die Verdauung eine entscheidende Rolle. Die Rede ist von Glutenunverträglichkeit. In den letzten Jahren wurde immer häufiger eine sogenannte Zöliakie bei den unterschiedlichsten Personengruppen festgestellt. Zur Abklärung der Symptome führt der erste Weg zum Hausarzt. Er kann dann zum Spezialisten überweisen. Gluten kommt in vielen Getreidesorten vor und hat somit für betroffene Personen eine eingeschränktere Ernährungsweise zur Folge. Seien es das Müsli am Morgen, die Nudeln zum Mittag oder ein Gebäck für zwischendurch, die wegen der Unverträglichkeit nicht mehr zu sich genommen werden dürfen. Denn durch eine glutenhaltige Ernährung entsteht eine chronische Entzündung der Dünndarmschleimhaut und daraus folgend eine schlechtere Nährstoffaufnahme. Leider ist die erfolgreich Bekämpfung der Ursache nicht möglich, wodurch die Unverträglichkeit lebenslang bestehen bleibt. Die einzige Behandlung bleibt somit eine glutenfreie Ernährung.

Für die Einführung ins weiterfolgende Thema der Medizin Heute möchte ich Ihnen eine Frage stellen: „Was ist, wenn die Familiengründung nicht nach Vorstellung klappt?“. Gründe für das Ausbleiben des Nachwuchses sind zu spät einsetzende Präventionsmaßnahmen in der Frauengesundheit oder auch psychische Belastungen. Viele Frauen wünschen sich Kind und Karriere. Meist wird zuerst der berufliche Werdegang ins Auge gefasst, bevor an Familienplanung gedacht wird. Ausbildungen, gefolgt von Weiterbildungen oder lange Studienzeiten rücken den Kinderwunsch in den Hintergrund. Somit kommt es, dass die chronische Krankheit Endometriose oft erst spät festgestellt wird. Die Symptome der Krankheit sind krampfartige Schmerzen verbunden mit dem Menstruationszyklus sowie chronische Bauch- und Rückenschmerzen. Jedoch sind die Symptome ebenso ein Grund für eine verspätete Diagnose, da diese leicht auf andere Ursachen geschoben werden können. Schätzungsweise sind 30 % bis 50 % der erkrankten Frauen unfruchtbar. Aber auch psychischer Stress kann die Ursache für Unfruchtbarkeit sein. Nicht nur die Schwierigkeiten bei der Familienplanung an sich oder die Therapien sind belastend. Genauso ist der eigene psychische Druck, den man sich bereitet, eine Gefährdung, wie folgende Aussage veranschaulicht: „Wenn du dich nicht so in den Kinderwunsch hineinsteigern würdest, wärst du schon längst schwanger geworden.“ Schlüssellösung für die Vermeidung solcher Gedanken ist der Umgang mit Belastungen.

„Was ist, wenn die Familiengründung nicht nach Vorstellung klappt?“

Liebe Leserinnen und Leser, man sollte meinen, dass wir in einer aufgeklärten Gesellschaft leben und diese sich der Gefahren von sexuell übertragbaren Krankheiten bewusst ist. Doch leider ist das noch nicht überall der Fall. Eine immer noch währende Tabuisierung des Themas und fehlende Aufklärungen bieten perfekte Möglichkeiten für die wieder zunehmende Verbreitung. Also bitte bedenken Sie, dass auch unbehandelte Geschlechtskrankheiten drastische Folgen wie chronische Erkrankungen oder Todesfälle zur Folge haben können. Beraten Sie sich deshalb gleich bei den ersten Beschwerden mit Ihrem Hausarzt.

Zu guter Letzt möchte ich Ihr Augenmerk auf den Fuß, speziell auf einen Zeh, lenken. Kein Schuh will passen. Immer drückt oder schabt es schmerzhaft. Vielleicht haben Sie es ja schon festgestellt, dass dies nicht allein am Schuhwerk liegen kann, sondern ein Schiefstand des Großzehs die Ursache ist. Der medizinische Fachbegriff lautet Hallux valgus. Dieser wird hervorgerufen durch einen nicht zentralen Verlauf der Sehnen über das Gelenk zum Zeh. Der Verlauf gestaltet sich lateral. Eine Folge des Schiefstandes können Krallen- und/oder Hammerzehen sein, die nicht ästhetisch ausschauen und Schmerzen bereiten können. Durch die Schiefstellung können Gehbehinderungen und Entzündungen auftreten. Die Beweglichkeit wird verringert, eine veränderte Gangart entsteht, worauf eine Fehlbelastung auf die benachbarten Gelenke sowie Knie und Hüfte wirkt. Die Freude am Gehen, Sprinten, Springen schwindet.

Welche Abhilfe hier möglich ist und welchen Rat wir noch geben können, lesen Sie in dieser Ausgabe.

Es grüßt Sie
Erik Bodendieck
Präsident der Sächsischen Landesärztekammer


Zum Nachschlagen

Unsere Schwerpunktthemen der letzten 10 Ausgaben der MEDIZIN HEUTE

- Erkrankungen Leber und Galle ............ 3/2017
- Erkrankungen der Lunge .................. 2/2017
- Erkrankungen von Ohren und Nase ......... 1/2017
- Erkrankungen des unteren Bauchraumes .... 4/2016
- Erkrankungen des oberen Bauchraumes ..... 3/2016
- Erkrankungen Brustraum und Brust ........ 2/2016
- Kopforgane und Sinnesempfindungen ....... 1/2016
- Erkrankungen des Muskel-Skelett-Apparates 4/2015
- Erkrankungen des Verdauungssystems ...... 3/2015
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen ............. 2/2015

Zu finden in unserem Ratgeber unter: 

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HELIOS Klinikum Pirna