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Sonderveröffentlichung
09.07.2017

Schnellere Hilfe im Notfall

Im Bautzener Ortsteil Stiebitz wurde jetzt die Rettungswache West übergeben. Das bringt Vorteile mit sich.

Freude und Erleichterung über die besseren Arbeits- und Einsatzbedingungen bei DRK-Kreisgeschäftsführer Peter Mark, Rettungsassistent Mike Berger, Rettungsdienstleiter Tino Eichelberger, Rettungswachenbereichsleiter Uwe Ball und Praktikant Cedric Funke. (v. l. n. r.) Fotos: Grit Bührdel-Schmieder
Freude und Erleichterung über die besseren Arbeits- und Einsatzbedingungen bei DRK-Kreisgeschäftsführer Peter Mark, Rettungsassistent Mike Berger, Rettungsdienstleiter Tino Eichelberger, Rettungswachenbereichsleiter Uwe Ball und Praktikant Cedric Funke. (v. l. n. r.) 
Fotos: Grit Bührdel-Schmieder
Treffen kann es jeden. Scheint die Welt am Morgen noch in schönster Ordnung, kann sie doch schon wenig später auf dem Kopf stehen. Ein Unfall, ein Wespenstich mit ungeahnten Folgen, die Anzeichen eines Herzinfarktes oder Bewusstlosigkeit - da ist jeder froh, wenn nach dem Notruf die Sanitäter mit ihrem Rettungswagen schnell eintreffen und Hilfe leisten. Denn im Fall der Fälle zählt jede Sekunde! Zwölf Minuten Zeit hat ein Rettungswagen in Sachsen theoretisch, um beim Patienten einzutreffen. Das ist leider nicht immer einzuhalten. Stau und Glatteis im Winter beispielsweise sorgen dafür, dass diese Hilfsfristen kaum zu schaffen sind.

Moderne Standards im Neubau


Etwa 37 000 Rettungsfahrten absolvierten die Sanitäter 2016 im Landkreis Bautzen. Ein Dreiviertel der Patienten konnte in dieser Zwölf-Minuten-Frist auch erreicht werden. Dennoch liegt einer von vier Noteinsätzen über dieser Zeit, was nicht zufriedenstellt. Umso mehr freut sich Tino Eichelberger, Leiter Rettungsdienst beim DRK-Kreisverband Bautzen, über die Inbetriebnahme der neuen Rettungswache Bautzen West im Stadtteil Stiebitz. Vor einer Woche erfolgte hier nach gut einem Jahr Bauzeit die offizielle Übergabe der neuen Rettungswache durch den Landkreis an das Deutsche Rote Kreuz. „Vom neuen Standort aus können wir optimal das Stadtgebiet als auch das westliche Umland von Bautzen versorgen“, so der Rettungsdienstleiter. „Denn in diesem Bereich gab es noch keine Einrichtung dieser Art. Bisher musste auf Hilfe aus der Rettungswache in Bautzen Ost/Flinzstraße gewartet werden. Staus auf der Friedensbrücke oder die Baustellen in der Stadt schränkten und schränken zügiges Vorankommen ein.“ Nun könne man von zwei Seiten die Bewohner der Stadt bei Notfällen versorgen, und auch die Einwohner der westlich gelegenen Ortschaften seien schneller erreichbar.

Die neue Halle bietet Platz für achtFahrzeuge. Aktuell sind zwei Rettungsfahrzeuge und fünf Krankentransportwagen hier stationiert.
Die neue Halle bietet Platz für acht
Fahrzeuge. Aktuell sind zwei Rettungsfahrzeuge und fünf Krankentransportwagen hier stationiert.
Eigentlich ist das zügigere Eintreffen der Retter bei den Patienten „nur“ ein positiver Nebeneffekt, den die neue Rettungswache mit sich bringt. Hauptgrund für den Neubau waren die fehlenden räumlichen Kapazitäten sowohl für das Personal als auch die Rettungsfahrzeuge am Standort Flinzstraße. „Hier hatten unsere Einsatzfahrzeuge schon lange keinen Platz mehr. Ebenso wenig unsere Mitarbeiter, die eher provisorisch in Containern untergebrachte Umkleiden nutzen mussten“, sagt DRK-Kreisgeschäftsführer Peter Mark. Anders im Neubau. Im langestreckten Bau findet sich alles, was den Standards einer modernen Rettungswache entspricht. Im vorderen Teil ist der Sozialtrakt mit Umkleiden, Wasch-, Dusch-, vier Ruhe- und zwei Verwaltungsräumen sowie einem Schulungsraum untergebracht.

Acht Einsatzfahrzeuge haben Platz


„Über den Schulungsraum für unseren Rettungswachenbereich sind wir besonders froh , mussten wir doch bisher immer auf einen Notbehelf ausweichen“, so Peter Mark. „Ideale Bedingungen bietet auch die neue Fahrzeughalle, die sich direkt dem Sozialtrakt anschließt. Hier ist nach jedem Dienst die vorgeschriebene Nachbetreuung der Fahrzeuge einwandfrei möglich.“ In der Fahrzeughalle haben acht Einsatzfahrzeuge Platz. Aktuell wird die Halle für zwei Rettungsfahrzeuge sowie fünf Krankentransportwagen genutzt, denn neben den Notfällen übernimmt der DRK-Rettungsdienst auch Krankentransporte. Rund 2,5 Millionen Euro wurden in den Neubau investiert. Die Kosten für den Bau und die Betreibung werden über die Krankenkassen als Kostenträger des Rettungsdienstes refinanziert. Mit dem Um- und Ausbau der alten Rettungswache in der Bautzener Flinzstraße will der Landkreis Bautzen im Frühjahr 2018 beginnen. Die Kosten dafür werden sich voraussichtlich auf 1,6 Millionen Euro belaufen. Grit Bührdel-Schmieder

Weitere Informationen

Der DRK Kreisverband Bautzen e.V.
im Landkreis Bautzen fungiert als Leistungserbringer in zwei Rettungswachbereichen mit insgesamt sieben Rettungswachen in Bautzen, Königswartha, Weißenberg, Bischofswerda, Neukirch und Kirschau. Mit dem Neubau in Stiebitz ist der insgesamt 17. Rettungswachenstandort im Landkreis Bautzen entstanden. Mit modernen Krankentransportwagen führt das DRK im Landkreis Bautzen auch den qualifizierten Krankentransport aus. Einweisungen, Entlassungen und ambulante Fahrten zum Krankenhaus und zu den Arztpraxen gehören ebenso wie Dialysefahrten, Fernverlegungen und Interhospitaltransfer zum Aufgabengebiet der Rettungssanitäter und Rettungsassistenten.