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Sonderveröffentlichung
26.06.2017

So wird der Pflegegrad ermittelt

Entscheidend ist der persönliche Termin mit einem Mitarbeiter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK): die sogenannte Pflegebegutachtung.

Der Sitz des MDK Sachsen in Dresden. Archivfoto: Hellmann
Der Sitz des MDK Sachsen in Dresden. Archivfoto: Hellmann
Für die Ermittlung eines Pflegegrades gibt ein Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) seine Einschätzung ab. Die Begutachtung erfolgt während eines Hausbesuchs – der kann auch im Alten- oder Pflegeheim stattfinden. Für diesen Besuch wird vorher ein Termin vereinbart; der Gutachter kommt nicht einfach unangekündigt vorbei.

Der MDK rät, dass vertraute oder in die Pflege involvierte Personen anwesend sind. Während des Besuchs, der bis zu einer Stunde dauern kann, macht sich der Gutachter ein Bild davon, wie selbstständig Betroffene sind und wobei sie Unterstützung benötigen. Mobilität, geistige und kommunikative Fähigkeiten, Verhalten, Selbstversorgung, Umgang mit Erkrankungen und Belastungen sowie soziale Kontakte spielen dabei eine Rolle. Je nach Einstufung werden in den verschiedenen Bereichen Punkte vergeben, die am Ende gewichtet und addiert werden. Von der Gesamtpunktzahl hängt ab, in welchen Pflegegrad ein Betroffener eingestuft wird.

Während des Besuchs macht sich der Gutachter ein Bild davon, wie selbstständig Betroffene sind und wobei sie Unterstützung benötigen.

Der MDK rät, dass Betroffene sich vorher überlegen, was ihnen im Alltag besonders schwerfällt und wo sie sich Unterstützung wünschen. Falls vorhanden, suchen Sie am besten vorher Arzt- oder Klinikberichte heraus. Auch der aktuelle Medikamentenplan sollte vorliegen – ebenso wie die Pflegedokumentation, falls regelmäßig ein Pflegedienst kommt.

Nach dem Besuch schickt der Gutachter seine Beurteilung an die Pflegekasse. Diese sendet Betroffenen dann den Bescheid über den Pflegegrad zu. Dagegen lässt sich innerhalb eines Monats nach Erhalt des Bescheids Widerspruch bei der Pflegekasse einlegen. dpa

So können Sie sich auf die Pflegebegutachtung vorbereiten:

Überlegen Sie vorab, was Ihnen in Ihrem Alltag besondere Schwierigkeiten macht.

Wobei benötigen und wünschen Sie Unterstützung in Ihrem Alltag?

Was können Sie in Ihrem Alltag selbstständig ausführen?

Bitten Sie den Menschen, der Sie hauptsächlich pflegt oder Ihre Situation besonders gut kennt, beim Hausbesuch anwesend zu sein.

Legen Sie bitte – falls vorhanden – Berichte Ihres Hausarztes, von Fachärzten oder den Entlassungsbericht aus der Klinik bereit. Sollten Sie die Unterlagen nicht vorliegen haben, brauchen Sie diese jedoch nicht extra anzufordern.

Bitte haben Sie Ihren aktuellen Medikamentenplan zur Hand. Falls ein Pflegedienst zu Ihnen kommt, legen Sie auch die Pflegedokumentation bereit.

Quelle: Medizinischer Dienst der Krankenversicherung 

www.pflegebegutachtung.de
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