erweiterte Suche
sz-online.de - Sächsische Zeitung [online]
Sonderveröffentlichung
03.09.2017

Urologie für alle

Prof. Dr. Tilman Kälble, Präsident des diesjährigen Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU), über Vorsorgeuntersuchungen, moderne Diagnostik- und Behandlungskonzepte für Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche

Der Präsident des diesjährigen Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Urologie Prof. Dr. Tilman Kälble, Facharzt für Urologie und Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie am Klinikum Fulda Foto: DGU
Der Präsident des diesjährigen Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Urologie Prof. Dr. Tilman Kälble, Facharzt für Urologie und Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie am Klinikum Fulda Foto: DGU
Das Motto des diesjährigen Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Urologie in Dresden lautet: „Urologie. Für alle. Für jeden. Für uns“. Das spricht auch Patienten und jene an, die mit einer „Vorsorge“ etwas für sich tun wollen. Welche Angebote macht der Kongress für sie?

Hierzu bieten wir am 20.9.2017 von 17.30 bis 19.00 Uhr im Ufa-Kristallpalast in Dresden ein Patienten-Forum an. Da wir Interessierte auch über das ganze Jahr begleiten wollen, haben wir die Webseite www.urologie-fuer-alle.de eingerichtet. Sie wird von Prominenten begleitet und laufend mit Fragen zu urologischen Erkrankungen aktualisiert.

Zu „Alle“ gehören auch die Kinder! Was würden Sie deren Eltern gerne sagen?


Von allen Organsystemen sind die äußeren und inneren Harn- und Geschlechts-Organe am häufigsten von Fehlbildungen betroffen. Eine nicht belastende Ultraschall-Untersuchung durch den Urologen kann hier Klärung bringen. So kann das Einnässen über das 4. Lebensjahr hinaus psychologisch bedingt sein, aber jede psychologische Therapie bleibt erfolglos, wenn eine Fehlbildung übersehen wird. Auch ist ein nicht tastbarer Hoden kurzfristig urologisch abzuklären und muss innerhalb des ersten Lebensjahres operiert werden, um eine Schädigung des Hodens zu vermeiden.

Junge Frauen finden oft über die „Pille“ frühzeitig Kontakt zu „ihrem“ Gynäkologen. Junge Männer vermissen dagegen meist einen kompetenten Ansprechpartner. Nun wurde eine Jungensprechstunde ins Leben gerufen. Was wird dort angeboten?


In der Tat fühlen sich viele Jungen oft alleine gelassen, besonders bei Fragen zur Pubertät wie etwa „Hat mein Penis eine normale Größe?“ Hier sind die urologischen Praxen Ansprechpartner. Im Urologenportal (www.urologenportal.de) der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) und des Berufsverbandes der Deutschen Urologen e.V. (BDU) bietet die Webseite www.jungensprechstunde.de Informationen zu diesem Thema an. So wird über das Selbst-Abtasten der Hoden informiert, da der Hodentumor der häufigste Tumor in der Altersgruppe zwischen 20 und 35 Jahren ist, oder über die Impfung gegen Humane Papilloma-Viren (HPV).

Unfreiwilliger Harnverlust und häufiger Harndrang ist für viele Frauen und auch Männer ein Problem, mit dem sie sich schämen, zum Arzt zu gehen. Wie können Urologen helfen, diese Barriere zu überwinden?


Das Schamgefühl ist verständlich, aber die Betroffenen sollten wissen, dass viele hier den Weg zum Urologen oder zur Urologin gefunden haben. Dort können die verschiedenen Ursachen und Arten der Störung der Harnblase abgeklärt und behandelt werden. Zur Korrektur bei ursächlichen anatomischen Veränderungen ist oft ein wenig belastender Eingriff möglich. Bei einer „Reizblase“ gibt es heute eine breite Palette von Medikamenten für eine Behandlung, die der Urologe dann begleiten kann.

Dass Patienten eine fachärztliche „Zweitmeinung“ zur Entscheidungsfindung einholen, ist nicht mehr ungewöhnlich. Wann halten Sie dies für sinnvoll?


Immer, wenn bei einer schweren Erkrankung eine Verunsicherung des Patienten zu einer angebotenen Therapie besteht. Dazu gehört auch die Abwägung durch die Belastung einer Therapie und der Lebensqualität. Dies kann den Prostatakrebs ebenso betreffen wie andere urologische Tumore, wie zum Beispiel den Hodenkrebs.

Über welche aktuellen Entwicklungen in der Urologie freuen Sie sich für die Patienten besonders?

Die Urologie schrieb in den letzten Jahrzehnten eine ausgesprochene Erfolgsgeschichte: von sich ständig weiterentwickelnden endoskopischen Therapieverfahren über erfolgreiche OP-Methoden von urologischen Krebserkrankungen mit sehr guter Lebensqualität bis hin zu neuen urologischen „Krebs-Medikamenten“. Besonders freut mich, dass diese Erfolgsgeschichte der Urologie auch in Zukunft fortgeschrieben wird – unter dem Motto: „Für alle. Für jeden. Für uns.“

Vielen Dank, Herr Prof. Kälble, und die besten Wünsche für einen erfolgreichen Kongress „Für alle“!

Das Interview führte Dr. Walther Grohmann, Facharzt für Urologie

www.urologie-fuer-alle.de

www.urologenportal.de

www.jungensprechstunde.de

Der Tradition verpflichtet

Die Apogepha Arzneimittel GmbH hat Dresdner Pharmaziegeschichte mitgeschrieben und präsentiert sich heute als ein modernes, international tätiges Unternehmen in der Entwicklung, Herstellung und dem Vertrieb urologischer Arzneimittel.

Das Dresdner Pharmaunternehmen hat sich auf die Behandlung verschiedener urologischer Erkrankungen spezialisiert. Foto: Apogepha
Das Dresdner Pharmaunternehmen hat sich auf die Behandlung verschiedener urologischer Erkrankungen spezialisiert. Foto: Apogepha
Die Geburtsstunde der Apogepha reicht in das Jahr 1882 zurück. Ihr Ursprung liegt – wie bei vielen pharmazeutischen Unternehmen – in einer kleinen Ladenapotheke. Bereits der Gründungsvater Carl Stephan richtete sein wissenschaftliches Interesse auf die Urologie. Er war ein anerkannter Forscher seiner Zeit, genoss deutschlandweit einen ausgezeichneten Ruf und entwickelte eine Reihe urologischer Applikationsformen und pharmazeutischer Produkte in diesem Gebiet. Damit legte er einen wichtigen Grundstein für die spätere Ausrichtung der Apogepha zum Urologiespezialisten.

In ihrer 135-jährigen Firmengeschichte, die durch wechselvolle politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen geprägt ist, hat Apogepha unterschiedlichste Produktentwicklungen hervorgebracht, die Palette urologischer Arzneimittel erweitert und damit ein Kapitel Dresdner Pharmaziegeschichte mitgeschrieben. „Das Therapiegebiet Urologie wurde uns sozusagen in die Wiege gelegt“, sagt Steffi Liebig, Bereichsleiterin Marketing. „Mit der Reprivatisierung unmittelbar nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde ganz bewusst die Entscheidung getroffen, die Tradition auszubauen und sich auf dem Gebiet der Urologie zu spezialisieren.“ Heute bietet das mittelständische, familiengeführte Unternehmen Ärzten und Patienten ein breites Spektrum an Medikamenten, Hilfsmitteln sowie Serviceleistungen zur Diagnostik und Behandlung verschiedener urologischer Krankheitsbilder von Blasenschwäche über Harnwegsinfektionen bis zum Harnblasen- und Prostatakrebs. „Unser Schwerpunkt liegt hier auf der therapeutischen Verbesserung bekannter Wirkstoffe und Arzneiformen, um beispielsweise Einnahmezyklen und Verträglichkeit zu optimieren“, so Steffi Liebig.

Darüber hinaus engagiert sich die Apogepha in der Fortbildung von Ärzten und medizinischen Fachangestellten, fördert Projekte der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) wie etwa die Mediathek und stiftet den Felix Martin Oberländer-Preis, der zur Erinnerung an den Dresdner Urologen und seine Verdienste um die Infektiologie und Endoskopie von der DGU jährlich vergeben wird – in diesem Jahr während des DGU-Kongresses, der vom 20. bis 23. September in der Dresdner Messe abgehalten wird. Auch hier ist Apogepha natürlich vertreten und präsentiert unter anderem ein Fachsymposium zum Thema Harninkontinenz. (syl)