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Sonderveröffentlichung
26.06.2017

Wenn es im Alltag alleine nicht mehr geht

Beratungs- und Begegnungszentren der freien Träger und kommunale Einrichtungen unterstützen Betroffene und Angehörige bei der Suche nach Hilfe.

Ob zu Wohngeld, Pflegegraden oder Anträgen für Fördermaßnahmen: Die Sozialarbeiterinnen und -arbeiter wie Matthias Aegerter beraten Senioren zu verschiedensten Themen und Problemen. Foto: Uwe Hecker
Ob zu Wohngeld, Pflegegraden oder Anträgen für Fördermaßnahmen: Die Sozialarbeiterinnen und -arbeiter wie Matthias Aegerter beraten Senioren zu verschiedensten Themen und Problemen. Foto: Uwe Hecker
Margarete und Heinz Heinemann haben ein langes gemeinsames Leben hinter sich. Jetzt aber ist Heinz Heinemann schwer dement und braucht rund um die Uhr seine Frau. In den wenigen Stunden, in denen er durch den Pflegedienst betreut wird, versucht sie alles zu erledigen, was ansteht: die Einkäufe, die Behördengänge und den Haushalt. Aber mit 83 Jahren fühlt auch sie sich diesem immensen Pensum und den täglichen Anforderungen nicht mehr gewachsen.

So wie ihr geht es vielen Menschen, die mit wachsendem Alter Schwierigkeiten haben, ihre Alltagsprobleme zu bewältigen. Nicht immer können Familienangehörige bei Behördenpost, Anträgen und Absprachen mit dem Pflegedienst so unter die Arme greifen, wie es nötig wäre. Für diese Situation bietet die Landeshauptstadt Dresden Beratung und Unterstützung an. In den Ortsämtern gibt es 11 kommunale Beratungsstellen sowie eine Außenstelle in Dresden-Gorbitz. Darüber hinaus existieren für die Senioren Beratungs- und Begegnungszentren der freien Träger.

Beratung und Vermittlung
 
Dresden ist eine Stadt mit einer wachsenden Anzahl von älteren Menschen. Der Anteil der über 60-Jährigen an allen Einwohnern beträgt derzeit etwa 27 Prozent. Bis zum Jahr 2020 wird er nach Angaben der Stadtverwaltung auf über 30 Prozent steigen. Foto: dpa/Arno Burgi
Dresden ist eine Stadt mit einer wachsenden Anzahl von älteren Menschen. Der Anteil der über 60-Jährigen an allen Einwohnern beträgt derzeit etwa 27 Prozent. Bis zum Jahr 2020 wird er nach Angaben der Stadtverwaltung auf über 30 Prozent steigen. Foto: dpa/Arno Burgi
„Wenn Angehörige oder Nachbarn merken, dass ein alter Mensch nicht mehr allein für sich sorgen kann, nachts oft orientierungslos unterwegs ist, vielleicht auch im Winter nur Sandalen trägt oder stark unter Einsamkeit leidet, können sie sich dort kurzfristig Rat und Hilfe holen.“, informiert Matthias Aegerter, Sachgebietsleiter für Offene Altenhilfe in Dresden. „Wir haben unsere Sprechzeiten bewusst so aufeinander abgestimmt, dass an jedem Wochentag ein Ansprechpartner zur Verfügung steht.“ Ein Beratungsangebot in der Nähe findet man unter www.dresden.de/senioren oder über das Seniorentelefon 0351 488-4800.

Die wohnortnahen Beratungsstellen können für ein Informationsgespräch oder auch für eine intensivere Beratung und Begleitung über einen längeren Zeitraum hinweg genutzt werden. Bei Bedarf können sich ältere Menschen auch zu Hause beraten lassen.

Die qualifizierten Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter halten viele Fäden in der Hand: Sie vermitteln ambulante Dienste wie Hauswirtschaftshilfen, Mahlzeiten- oder Pflegedienste und klären zu den nötigen finanziellen Voraussetzungen auf. Sie beraten zu sozialrechtlichen Leistungen wie Grundsicherung, Wohngeld, Pflegegrad oder bei Schwerbehinderung und helfen dabei, die Anträge auf den Weg zu bringen. Auch bei der Organisation von Maßnahmen innerhalb der Wohnung wie dem Umbau des Bades oder der Installation eines Treppenliftes können sie unterstützen. Wer sich zu Wohnformen wie Betreutes Wohnen oder Senioren-Wohngemeinschaften schlau machen will oder Informationen zur Aufnahme in ein Pflegeheim braucht, ist bei den Beratungsstellen ebenfalls gut aufgehoben.

Bildung und Begegnung

Matthias Aegerter Foto: Thomas Krohner
Matthias Aegerter Foto: Thomas Krohner
Darüber hinaus informieren die Sozialpädagogen zu Bildungsund Begegnungsangeboten sowie zu den Möglichkeiten, sich bürgerschaftlich zu engagieren. Die genannten Anlaufstellen, die auf die Dresdner Einzugsgebiete verteilt sind, gehören dazu. Sie bieten ein vielfältiges Spektrum mit sozialem, kulturellem, sportlichem, wissenschaftlichem oder kreativem Programm.

Matthias Aegerters Rat, um möglichst lange die eigene Selbstbestimmtheit erhalten zu können: „Rechtzeitig überlegen, wie man im Alter leben möchte, und dafür die nötigen Vorbereitungen treffen. Das heißt, eine Vorsorgevollmacht, eine Patientenverfügung und ein Testament aufsetzen und darüber mit den Angehörigen sprechen.“ Susanne Voigt

www.dresden.de/senioren

Weitere Angebote in Dresden

- Die Leitfäden „Herbstzeit – ein Wegweiser für Seniorinnen, Senioren und deren Angehörige“ sowie „Diagnose Demenz“ liegen in den Ortsämtern der Stadt Dresden aus.

- Über das Seniorentelefon der Landeshauptstadt Dresden werden erste Informationen rund um Themen im Alter gegeben und Ansprechpartner vermittelt. Es ist zu erreichen unter 0351 488 4800 immer dienstags und donnerstags von 8 bis 10 Uhr und 14 bis 16 Uhr. Außerhalb der Sprechzeiten ist ein Anrufbeantworter geschaltet. Die Mitarbeiter rufen zeitnah zurück.

- Auf der Internetseite www.dresden.de/senioren kann man sich u.a. auch über das Förderprogramm der Landeshauptstadt für ältere und behinderte Bürger/innen zum alters- und behindertengerechten Umbau der selbst genutzten Wohnung in Dresden informieren. voi

www.dresden.de/senioren
Pro Seniore Residenz Dresden