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Sonderveröffentlichung

Willkommen und Abschied

Elektroautos werden ins Rollen gebracht, Pumpspeicherwerke hingegen stillgelegt – Zeiten voller Spannung, mitten in der Energiewende.

Die Energiewende in Deutschland, weg von Atomkraft und fossilen Trägern wie Kohle hin zu „erneuerbar“ genannten wie Wind und Sonne, stellt Unternehmen und Stromnetz vor riesige Herausforderungen. Denn Strom soll schließlich weiter immer verfügbar sein.Fotos:VSB Holding GmbH/dpa/pixabay (2)
Die Energiewende in Deutschland, weg von Atomkraft und fossilen Trägern wie Kohle hin zu „erneuerbar“ genannten wie Wind und Sonne, stellt Unternehmen und Stromnetz vor riesige Herausforderungen. Denn Strom soll schließlich weiter immer verfügbar sein.
Fotos:VSB Holding GmbH/dpa/pixabay (2)
Neben vielen weltpolitischen Themen beschäftigt die Energiewende nach wie vor Bürger, Wirtschaft, Politik. Der Absage an Kohle- und Atomkraftwerke folgten Entscheidungen von Großkonzernen wie Vattenfall, der sich aus der Lausitz zurückzog. Das Unternehmen, das als Firmenname den schwedischen Begriff für „Wasserfall“ trägt und über 100 Wasserkraftwerke in Schweden, Finnland und Deutschland betreibt, kündigte auch an, Stellen in seinen Pumpspeicherwerken in Sachsen und Thüringen zu streichen und einzelne Anlagen stillzulegen. Die Begründung: Sinkende Preise am deutschen Strommarkt und die gesetzliche Vorgabe, dass Pumpspeicherwerke Netzentgelte zahlen müssen, hätten keine andere Möglichkeit gelassen, aus den roten Zahlen herauszukommen. Dabei sind doch gerade Pumpspeicherwerke eine Antwort auf die momentan dringende Frage: Wie kann man Energie speichern, die zum Beispiel vom Windrad eben nur bei Wind und mit der Solaranlage nur bei Sonnenschein erzeugt wird? Der Staatssekretär des Bundeswirtschaftsministeriums Rainer Baake sagte in einem MDR-Interview: Pumpspeicherkraftwerke würden nicht nur Strom erzeugen, sondern auch welchen verbrauchen. Dafür müssten sie grundsätzlich wie alle anderen Verbraucher auch Netzentgelte zahlen. Im Gegensatz zu Windkraftanlagen, die nur Strom erzeugen, aber keinen verbrauchen. Das ist schwer zu verstehen, da Pumpspeicherwerke eigentlich keinen Strom „erzeugen“, sondern nur gespeicherte potenzielle Energie des Wassers wieder in elektrische Energie umwandeln und umgekehrt.

Für Elektroautos soll es besser laufen: mit Kaufprämie, Investitionen in neue Modelle und Batteriefabriken. Im Alltag jedoch sind sie auch mit staatlicher Förderung für die meisten unerschwinglich, und bei langen Strecken müssen reine „Stromer“ zum Teil erhebliche Zusatz-Zeit fürs „Tanken“ und Umwege zu Ladestationen in Kauf nehmen. Es ist und bleibt spannend, wie die Akteure der Energiewende dies lösen werden. I. Hellmann