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Sonderveröffentlichung
26.06.2017

Woran man gute haeusliche Pflege erkennt

Beratung, Rücksicht auf die Bedürfnisse des Einzelnen und fachliche Kompetenz zeichnen gute Pflegedienste aus.

Kämmen, Waschen, Zähneputzen: Welche Maßnahmen der Pflegedienst übernimmt, wird vertraglich vereinbart. Foto: fotolia
Kämmen, Waschen, Zähneputzen: Welche Maßnahmen der Pflegedienst übernimmt, wird vertraglich vereinbart. Foto: fotolia


So lange wie möglich in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben – das geht mitunter nur, wenn ambulante Pflegedienste Ältere unterstützen. Dass die Pflegekraft ihren Job gut macht, erkennt man vor allem daran, dass sie Rücksicht nimmt auf die Bedürfnisse des Pflegebedürftigen. Darauf weist das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) in der Broschüre „Gute Pflege erkennen“ hin. Darin werden auf der Basis von Expertenstandards und Leitlinien sowie anderer wissenschaftlicher Literatur wichtige Aspekte zusammengefasst.

Bei der Körperpflege zum Beispiel sollte die Pflegekraft absprechen, welche Duschgels oder Lotionen verwendet werden. Außerdem sei es wichtig, die Intimsphäre des Pflegebedürftigen zu wahren, indem etwa die Tür geschlossen wird. Eine gute Pflegekraft unterstützt den Menschen zudem darin, mobil zu bleiben – und bespricht, was gemeinsam trainiert werden soll: etwa das Aufstehen oder Umhergehen.

Dank professioneller, ambulanter Pflegedienste können viele Ältere länger in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben. Foto: fotolia
Dank professioneller, ambulanter Pflegedienste können viele Ältere länger in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben. Foto: fotolia
Dass die Pflegenden Desinfektionsmittel, Flüssigseife und Einweghandtücher für sich mitbringen, sollte selbstverständlich sein, ebenso, dass sie sich die Hände vor und nach jeder vereinbarten Pflegemaßnahme, zum Beispiel Körperpflege, Verbandswechsel oder der Medikamentengabe, desinfizieren. Das gelte auch, wenn sie Handschuhe getragen haben.

Generell spielen für gute Pflegedienste die Beratung bei Pflegefragen und die Zusammenarbeit mit Angehörigen eine wichtige Rolle, heißt es. „Damit unterstützen sie den Pflegebedürftigen und seine Angehörigen dabei, möglichst viel selbst zu tun und besser mit Pflegeproblemen umzugehen. Zudem hilft Beratung bei der Auswahl der Leistungen und bei der Entscheidung, ob Pflegemaßnahmen durchgeführt werden sollen oder nicht. Sie berücksichtigen das Lebensumfeld des Pflegebedürftigen und dessen Gewohnheiten.“ Dies zeige sich zum Beispiel bei der Einsatzplanung. Gute Pflegedienste sind möglichst jederzeit telefonisch erreichbar und können flexibel auf Veränderungen reagieren. Bei Bedarf begleiten sie auch bei der Aufnahme in ein Krankenhaus.

Transparenz ist wichtig

Transparenz ist ebenfalls wichtig: Gute Pflegedienste informieren offen über ihre Grundsätze und Arbeitsweisen sowie die Umfänge, Preise und Grenzen ihrer Angebote. Bei der Auswahl eines Pflegedienstes sollten verschiedene Aspekte beachtet werden: Bietet der Pflegedienst alle Leistungen an, die voraussichtlich benötigt werden, zum Beispiel spezielle Wundbehandlung, Versorgung von Demenzkranken oder Sterbebegleitung? Bevor ein schriftlicher Pflegevertrag über die vereinbarten Leistungen geschlossen wird, sollte ein Kostenvoranschlag geprüft werden.

Die Grundlagen professioneller Pflege sind in fachlichen Leitlinien und verschiedenen ethischen und rechtlichen Dokumenten festgehalten.
Gute Pflegedienste informieren über ihre Grundsätze, Angebote und Arbeitsweisen

Wer den Eindruck habe, dass seine Bedenken nicht ernst genommen und benannte Probleme nicht abgestellt werden, kann sich an die Pflegekasse beziehungsweise die private Pflegeversicherung wenden. Beschwerden können auch an den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) beziehungsweise den Prüfdienst des Verbandes der privaten Krankenversicherung e.V. gerichtet werden. Sie prüfen die Qualität der Pflegedienste regulär, aber auch wenn eine Beschwerde eingereicht wird ih

Weitere Informationen:
www.zqp.de
Checklisten für die Pflegedienstauswahl kann man zum Beispiel von folgenden Webseiten herunterladen:

www.weisse-liste.de/de/pflege/pflegedienst-checkliste/%20san.aok.de/inhalt/%20nutzen-sie-die-aok-pflegechecklisten/

So funktioniert ein Hausnotruf

Ein Hausnotruf besteht üblicherweise aus einem Funksender und einem Basisgerät mit einer Freisprecheinrichtung, das an die Telefonbuchse angeschlossen wird. Den Sender trägt der Nutzer am Körper, zum Beispiel als Armband oder mit einer Kordel um den Hals. Durch den Funksender kann von jedem Ort im Haus aus ein Sprechkontakt zur Notrufzentrale aufgenommen werden.

Üblicherweise wird beim Drücken des Knopfes die Zentrale des Hausnotrufanbieters kontaktiert, die sich dann über das Freisprechsystem informiert, was passiert ist. Senioren können in der Zentrale eine Liste mit Ansprechpartnern hinterlegen, die im Notfall kontaktiert werden sollen – und in der Regel auch einen Haustürschlüssel. Die Zentrale informiert je nach Lage die Angehörigen oder den Rettungsdienst – oder schickt einen Mitarbeiter vorbei. Es gibt auch die Möglichkeit, mit dem Anbieter zu vereinbaren, dass sich die Zentrale meldet, wenn der Knopf vom Nutzer zu einer bestimmten Uhrzeit nicht gedrückt wird.

Senioren zahlen generell eine einmalige Anschlussgebühr, die bis zu 50 Euro kosten kann. Es kommen dann noch monatliche Fixkosten hinzu. Sie liegen je nach Anbieter und Zusatzleistungen zwischen etwa 20 und 50 Euro. Unter Umständen zahlt die Pflegekasse einen Zuschuss. dpa

Diakonie Dippoldiswalde Diakonisches Werk im Kirchenbezirk e. V.