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Sonderveröffentlichung
27.08.2018

Drei Tage feiern im historischen Stadtzentrum

Die Besucher aus nah und fern erwartet links und rechts der Neiße ein Programm, das kaum einen Wunsch offen lässt

Karat geht über sieben Brücken zum Altstadtfest. Foto: PR
Karat geht über sieben Brücken zum Altstadtfest. Foto: PR
Mit dem Namen Görlitz verbinden sich nicht nur über 4 000 wertvolle historische Gebäude, sondern auch ein reichhaltiges kulturelles Leben, das durch seine vielfältigen Facetten nicht nur die Bürger der Neißestadt beeindruckt. Aus der Vielzahl der jährlichen Veranstaltungen ragt ein Ereignis in ganz besonders heraus.

Das Görlitzer Altstadtfest entfaltet Jahr für Jahr eine solche Anziehungskraft, die wie ein Magnet Zehntausende Gäste mit geradezu magnetischen Kräften in seinen Bann zieht. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn das letzte Wochenende im August nicht nur bei vielen Görlitzern, sondern auch bei den Bewohnern des Umlandes sowie bei weiter entfernt wohnenden ganz dick rot im Kalender angestrichen ist. Einen zusätzlichen Reiz gewinnt das Fest auch aus der Tatsache heraus, das es beiderseits der Neiße gefeiert wird. In diesem Jahr steht das größte deutsch-polnische Volksfest ganz im Zeichen des Jubiläums „20 Jahre Proklamation der Europastadt Görlitz- Zgorzelec“.

Auf beiden Seiten der Neiße, welche die beiden Städte nicht mehr trennt, können die Besucher die Realität des 21. Jahrhunderts verlassen und für einige Stunden in andere historische Epochen eintauchen. Beim Jakuby-Fest in Zgorzelec werden die Besucher in eine Siedlung des 17. Jahrhunderts zurückversetzt. Durch Handwerkspräsentationen, historische Küche und die Präsentation von Kampfkunst gestaltet sich dieser Zeitabschnitt erlebbar für die Besucher. Auf der deutschen Seite täuscht der Name Altstadtfest ein klein wenig über den Charakter des größten Volksfestes in der Neißestadt. Denn er suggeriert, eine räumliche Ausdehnung nur auf die Altstadt. Doch diese Begrenzung ist längst überwunden. Auf zahlreichen anderen Plätzen sowie Straßenzügen außerhalb der Altstadt werden die Besucher eben so willkommen geheißen. Vom Freitagabend bis zum späten Sonntagabend bummeln die Besucher über den Marienplatz, lassen sich vom Trubel auf dem Obermarkt gefangen nehmen und statten auch den vielfältigen Veranstaltungen rund um den Nikolaiturm einen Besuch ab.

Wer das bunte Treiben einmal aus der Vogelperspektive betrachten möchte, der sollte in einer Gondel des Riesenrades auf dem Obermarkt Platz nehmen. Über 30 Meter hoch geht es und von da erschließt sich den Betrachtern ein grandioses Panorama zweier Städte, die miteinander ein großes Fest feiern. Das einzigartige Flair, der zunehmend in alter Schönheit wieder erstandenen Görlitzer Innenstadt, geht wohl an keinem der Besucher spurlos vorüber.

Bürgerinitiativen bereichern das Altstadtfest

Ob ein Fest tatsächlich zur Erfolgsgeschichte wird oder nur Schall und Rauch bleibt, das hängt vor allem von den Menschen ab, die es gestalten oder es als Besucher mit Leben erfüllen. Mehrere Bürgerinitiativen, so die auf dem Fischmarkt, der Kränzel- sowie der Neißstraße, hinter dem Waidhaus und im Nikolaizwinger sind bei aller Unterschiedlichkeit in den Angeboten gleichermaßen angetreten um die Besucher nach Kräften zu unterhalten und mit ihnen gemeinsam zu feiern.

Schiff ahoi auf der Neiße

Einmal selbst als Kapitän auf einem in Eigenbau entstandenem Gefährt die Neiße zu befahren, diesen Wunsch können sich deutsche und polnische Teams am Sonnabendnachmittag erfüllen. Um 16 Uhr ertönt dazu der Startschuss für diese originelle Regatta zu der erneut zahlreiche Teilnehmer aus der Euroregion Neisse – Nisa – Nysa erwartet werden. Natürlich hat derjenige gute Karten, der mit seinem Gefährt die Wettkampfstrecke vom Startpunkt am Uferpark bis zur Altstadtbrücke in der kürzesten Zeit bewältigt, um als Sieger wieder an Land zu gehen.

Karat und Blasmusik

Wenn die Band Karat am Sonntagabend ab 20 Uhr die Bühne auf dem Obermarkt live auftritt, dann warten die Fans voller Spannung auf den Song, der einst in Ost und West gleichermaßen erfolgreich gespielt wurde. „Über sieben Brücken musst du gehn“ wurde nicht nur zum bekanntesten und beliebtesten Song der 1975 in Pirna gegründeten Formation, sondern verband die Menschen musikalisch diesseits und jenseits der Mauer bereits lange vor der staatlichen Wiedervereinigung.

Blasmusik-Fans kommen in diesem Jahr auch voll auf ihre Kosten. So findet am Sonnabend ab 11.30 Uhr der Wettbewerb um die Krone der sächsischen Blasmusik auf dem Görlitzer Untermarkt statt. Fünf Formationen aus Deutschland und Tschechien spielen dabei auf. „Klangfarben der Blasmusik“ so lautet der Titel der Veranstaltung, die dem 50. Jubiläum des Görlitzer Jugendblasorchesters gewidmet ist. Blasmusiker von fünf, sehr unterschiedlichen Klangkörpern stellen dabei vom Freitagabend bis zum Sonntagmittag von den Bühnen auf dem Ober- sowie dem Untermarkt herab unter Beweis, wie vielfältig Blasmusik zu Gehör gebracht werden kann.

Um solch eine mehrtägige Veranstaltung auf die Beine zu stellen, bedarf es auch so manchen Euro. So gehört der Altstadtfest-Pin mit zur Finanzierung. Ihn ziert in diesem Jahr die Abbildung des Gebäudes der Musikschule „Adam Hiller“ auf dem Fischmarkt. Die Pins können an mehreren Ständen während des Festes erworben werden.
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